Informationen rund um den Schutz der Fledermäuse

 

Fledermäuse in der Schweiz:

Überblick und Schutzstatus

Die Schweiz ist die Heimat einer erstaunlichen Vielfalt an Fledermäusen. Diese faszinierenden Tiere sind die einzigen aktiv fliegenden Säugetiere und machen mit 30 nachgewiesenen Arten rund ein Drittel aller wildlebenden Säugetierarten des Landes aus.

Lebensweise

Ausschließlich nachtaktiv, ernähren sich von Insekten (ökologisch äusserst wertvolle Schädlingsbekämpfer).

Quartiere

Extrem vielfältig: nutzen Baumhöhlen, Felsspalten, aber auch menschliche Strukturen wie Dachböden, Fassadenspalten, Rollladenkästen und Keller. 

Bekannte Arten

Zu den bekanntesten gehören die Zwergfledermaus (häufig im Siedlungsgebiet), das Grosse Mausohr (nutzt oft Dachböden) oder die seltenen Hufeisennasen.

Die Situation:

Trotz ihrer ökologischen Bedeutung sind die Fledermäuse in der Schweiz stark unter Druck.

Die aktuelle Situation ist besorgniserregend:

Rote Liste: Ein Grossteil der Fledermausarten steht auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Über die Hälfte der bewerteten Arten gilt als gefährdet oder potenziell gefährdet.

Besonders betroffen sind Arten, die auf Quartiere in Gebäuden (z. B. Dachstöcken) und auf reich strukturierte Landschaften zur Jagd angewiesen sind (z. B. die stark gefährdete Mopsfledermaus). 

Hauptbedrohungen:

Verlust von Quartieren: Durch Gebäudesanierungen, Abrisse und den Verlust alter Bäume.

Insektenschwund: Mangel an Nahrung durch den Einsatz von Pestiziden und Insektiziden in der Landwirtschaft.

Lichtverschmutzung: Künstliches Licht stört Jagdverhalten und Flugrouten.

 

Gesetzlicher Schutz

Alle 30 Fledermausarten in der Schweiz sind bundesrechtlich geschützt. Das bedeutet, dass es verboten ist, Fledermäuse absichtlich zu fangen, zu verletzen, zu töten oder ihre Quartiere (Wochenstuben und Winterquartiere) zu zerstören. Fledermausschutzorganisationen und kantonale Fachstellen spielen eine zentrale Rolle bei der Überwachung der Bestände, der Sicherung von Quartieren und der Aufklärung der Bevölkerung, um das Überleben dieser faszinierenden und schutzbedürftigen Tiere in der Schweiz zu gewährleisten.